Münstersche Zeitung - Musik, die verbindet

METELEN: Der Name des Gospelchores "Together" ist Programm und Einladung zugleich. Nicht umsonst lockte der Chor aus Neuss-Reuschenberg, der auf Einladung der Kulturinitiative Metelen (KIM) gekommen war, die Zuhörer in die letztlich vollbesetzte katholische Pfarrkirche. Von Elvira Meisel-Kemper

"Der Gospelchor unterscheidet sich deutlich im Liedgut sowie in der Darbietung von einem typischen Kirchenchor, steht aber dennoch der Kirche und ihren traditionellen Werten nahe", bereitete Joachim Fontaine, frisch gewählter neuer Vorsitzender von KIM, das Publikum auf das ganz andere, äußerst bewegte Konzert vor.

Rollen
Es war nicht nur körperlich bewegt und innerlich bewegend, sondern lud ebenso zum Mitsingen ein. In der wechselnd illuminierten Kirche machte das besonders viel Spaß. Mühelos wechselte Peter Veiser seine Rollen als Dirigent und Leiter des Chores mit der Anleitung des Publikums, das gar nicht westfälisch mitmachte, wie der Rheinländer Veiser augenzwinkernd bemerkte. Das Mitsingen wurde durch ausgelegte Textblätter erleichtert, in denen der englische Originaltext ins Deutsche übersetzt worden war zum besseren Verständnis der geistlichen Inhalte und Botschaften.
"Shine your light Jesus" (Lass dein Licht scheinen, Jesus) überzeugte das Publikum gleich zu Beginn von den musikalischen Qualitäten des Chores, der mit vier Solostimmen das weitere Programm bestimmte. "Go down Moses" (Gehe hinab, Moses) wurde durch den vollen, tiefen Bass des Chorsängers Peter Rüttgers wundervoll verfeinert. Rüttgers gehört wie Veiser zu den Gründungsmitgliedern des Chores, der seit 21 Jahren besteht, verriet der Chorleiter so ganz nebenbei.
Publikum
"We can move mountains" (Wir können Berge versetzen) wurde zum musikalischen Leckerbissen durch die Solistin Claudia Hilgers. Mittendrin überzeugten Renate Weill und Angelika Leffler als solistisches Duo in dem Gospel "Shout to the Lord" (Ruft zum Herrn).
Miteinander oder zusammen analog der Übersetzung des Chornamens sangen der Chor und das Publikum gemeinsam "We shall overcome" (Wir werden auferstehen). "60 000 Menschen nahmen sich nach dem 11. September in New York an die Hand und sangen dieses Lied", animierte Veiser in seiner schwungvollen und mitreißenden Art. Das Publikum wurde so zu einer singenden langen Menschenkette, die in der Kirche alle miteinander verband. Diese Musik überwindet eben Grenzen jeglicher Art!