27 Jahre - Gospelchor Together

St. Elisabeth und Hubertus - Neuss Reuschenberg

Und hoch die Hände! Rheinischer Frohsinn und Gospel verbinden sich offenbar prächtig. Der Funke von den Sängern auf das Publikum jedenfalls sprang schnell über. Foto: Helmut Schwietering

Metelen - Hätten Sie es gewusst ? Metelen liegt im Rheinland und nicht in Westfalen. Diesen Eindruck hatte zumindest Chorleiter Peter Veiser kurz nach Beginn des Konzertes seines Chores „Together“ in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus. Die Gäste legten auf seine Aufforderung hin die westfälische Zurückhaltung ab und ließen sich anstecken und zum Mitmachen animieren. Es war vermutlich das erste Konzert in der Vechtegemeinde, bei dem man glauben konnte, es wären überhaupt keine Zuschauer anwesend. Denn die Gäste im gut gefüllten Gotteshaus waren an diesem Tag ein Teil des Gospelchores aus dem Neusser Stadtteil Reuschenberg.

„Together“, so sagte Peter Veiser, „dieser Name ist heute Abend Programm.“ Und seinen Worten folgten auch gleich die Taten. Nach „Shine your light“ zum Einzug folgte ein Feuerwerk an Gospels und beswingten Melodien. Die Zuschauer bildeten teilweise den Backgroundchor und hatten sichtlich Freude an der Musik. Berührungsängste kannten die Musiker an diesem Abend nicht. Sie und ihr Chorleiter liefen zur absoluten Hochform auf und begeisterten mit vielen bekannten und weniger bekannten Melodien wie dem Lied „Go down Moses“ und „Shout of the Lord“. 

Gospel wird mit dem ganzen Körper gesungen, und so wurde geklatscht, die Hände gingen immer wieder gen Himmel. Die dynamische Leitung von Peter Veiser brachte geschickt das Konzert auf Hochtouren, und die Spannung sollte bis zum Schluss gehalten werden. Bei „The Storm is passing now“ bildete eine einfache Melodie die Basis. Durch die Unterstützung der drei Musiker an E-Piano und Gitarre nahm das Stück richtig Fahrt auf, wurde so zu einem musikalischen Sturm. „We can move Mountains“ lautete der nächste Titel, bei dem besonders Claudia Hilgers als Mezzosopranistin glänzte. Und tatsächlich ging aus diesem Lied so viel Zuversicht hervor, dass man den Eindruck gewinnen konnte, Berge versetzen zu können, wenn man nur fest daran glaubt. „We shall overcome“ ist spätestens seit Martin Luther King ein weltbekannter Gassenhauer. Peter Veiser forderte alle Zuhörer auf, sich an die Hand zu nehmen – und diese folgten seinem Wunsch. Hand in Hand standen sie auf und sangen gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern im Altarraum. 

Bald ist Allerheiligen, und so darf auch „Oh, when the Saints“ nicht fehlen, meinte Peter Veiser. Ein Lied mit einem großen Wiedererkennungswert und einer eingängigen Melodie, die förmlich zum Mitsingen inspiriert. Mit einfachem Fingerschnippen und rhythmischen Bewegungen übernahm der Chor wieder das Regiment, doch auch der neu entstandene Zuschauerchor war wieder gut bei Stimme.

Mit „Joy in my Heart“ ging es zum Abschluss. Mit vollem Einsatz, Mimik und Gestik bescherte der Chor den Zuhörern ein furioses Finale des Konzertabends. Kurzerhand teilte Peter Veiser die Kirchenbesucher in vier Gruppen auf und machte aus ihnen ebenso viele Chöre. Auch dieses Experiment gelang. So ging ein fantastischer Abend nach zwei weiteren Zugaben zu Ende.  

Helmut Schwietering